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Infektionen und Krebs

Die WHO schätzt, dass etwa 18 % der Krebserkrankungen weltweit auf chronische (persistierende) Infektionen mit Viren, Bakterien oder Parasiten zurückzuführen sind. In westlichen europäischen Ländern liegt das Risiko bei < 5 %.

Humane Papillomviren (HPV)

Humane Papillomviren gelten als ein Hauptrisikofaktor für Gebärmutterhalskrebs und sind eine Gruppe von Viren, die beim Menschen Oberflächen-(Epithel) Zellen befallen und zur Bildung von Zellwucherungen wie Warzen (Papillome) führen. HPV können – durch Geschlechtsverkehr übertragen - auch in der Scheidenregion eine Infektion verursachen, die in den meisten Fällen symptomlos ist und spontan abheilt. Infektionen mit bestimmten sogenannten „high risk“- (hoch-Risiko) HPV-Typen können Zellveränderungen und später Entartungen an der Gebärmutter hervorrufen und sind dadurch maßgeblich an der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs (Cervixkarzinom) beteiligt. Abnormale Zellen (Krebsvorstufen) und Krebszellen werden bei der Krebsabstrichuntersuchung entdeckt.

Impfung gegen HPV

Nach jahrelanger Forschung und Nachweis der Wirksamkeit in klinischen Studien sowie weltweiten Zulassungsverfahren steht ein Impfstoff gegen die "high risk" HPV-Typen auch in Österreich als HPV-Vierfachimpfstoff zur Verfügung. Die Niederösterreichische Krebshilfe spricht eine klare Empfehlung für die HPV-Impfung aus (siehe nachstehend) und hat auch eine Internet-Plattform eingerichtet, auf der die führenden ExpertInnen zu dem Thema Stellung beziehen.

Gratis im Rahmen des Österreichischen Impflans 2014

Mit Feber 2014 wird die Impfung für alle in Österreich lebenden Mädchen und Buben in der vierten Schulstufe (vollendetes neuntes Lebensjahr) kostenfrei im Rahmen des bestehenden Schulimpfprogramms angeboten. Die Kinder werden in der Schule geimpft, in einigen Bundesländern auch an öffentlichen Impfstellen und bei niedergelassenen KinderärztInnen. Der Impfstoff wird in zwei Teilimpfungen im Mindestabstand von sechs Monaten verabreicht. Ab Februar 2014 wird diese Impfung in das Nationale Impfkonzept aufgenommen.

Zusätzlich wird die HPV Impfung ab Februar 2014 an den öffentlichen Impfstellen der Bundesländer Mädchen und Buben ab dem vollendeten 9. Lebensjahr bis zum vollendeten 12. Lebensjahr kostenlos angeboten. Damit sollen alle Kinder des Jahrgangs 2005 ab dem Herbst dieses Jahres in der Schule gegen HPV geimpft werden. Für die Jahrgänge 2003 und 2004 ist das bei den öffentlichen Impfstellen möglich.

Für Kinder bis zum vollendeten 15. Lebensjahr bieten die Bundesländer so genannte "Nachholimpfungen" (Catch-up-HPV-Impfungen) zum vergünstigten Selbstkostenpreis an.

Die Niederösterreichische Krebshilfe empfiehlt die HPV-Impfung für:


  • Mädchen und Buben zwischen 9 und 15 Jahren (vor Aufnahme sexueller Aktivität) 
  • Mädchen und Frauen von 15 bis 45 Jahren
  • Buben und Männern im Alter zwischen 15 und 26 Jahren