Krebsneuerkrankungen und Krebssterblichkeit in Österreich
Krebserkrankungen in Österreich 2024
Statistik Austria, Österreichisches Krebsregister, Stand 29.1.2026:
Laut Statistik Austria lebten zu Jahresbeginn 2025 rund 409 000 Menschen in Österreich mit einer Krebsdiagnose. In den vergangenen Jahren nahm die Zahl der Betroffenen aufgrund der demografischen Alterung und der immer höheren Überlebenschancen deutlich zu. Bei etwa der Hälfte der 2024 diagnostizierten Fälle von Krebs waren Brust, Prostata, Darm oder Lunge betroffen.
409 000 Krebsbetroffene Anfang 2025; deutlicher Anstieg in den vergangenen Jahren
Die Zahl der von Krebs betroffenen Menschen betrug Anfang 2025 rund 409 000. Die Gesamtprävalenz, sprich die Zahl der zu einem Stichtag mit Krebs lebenden Menschen, stieg im Schnitt der Jahre 2019 bis 2023 um knapp 9 000 Personen pro Jahr. Danach ist eine etwas stärkere Zunahme zu beobachten (Anfang 2024: plus rund 11 000 bzw. Anfang 2025: plus rund 12 000). Dies ist vor allem eine Folge der Alterung der Bevölkerung. Demnach führt trotz sinkender altersspezifischer Risiken die demografische Alterung zu einer deutlichen Zunahme der absoluten Zahlen an Neuerkrankungen. Die seit Jahren rückläufige Wahrscheinlichkeit, an Krebs zu sterben, erhöht die Zahl der mit Krebs lebenden Menschen – die Gesamtprävalenz – zusätzlich. Die Gesamtprävalenz bezieht sich immer auf die Zahl der Personen, die zum Jahreswechsel mit einer Krebsdiagnose leben. Sie umfasst auch Personen, deren Diagnose schon viele Jahre zurückliegt und die bereits als geheilt gelten bzw. mit Krebs als chronischer Erkrankung leben. Für die Versorgungsplanung der von Krebs betroffenen Personen ist diese Kennzahl daher nur bedingt geeignet. Um die aktuelle Belastung des Gesundheitssystems durch Krebs abzuschätzen, wird international üblicherweise die 5-Jahres-Prävalenz angegeben. Dies ergibt für Österreich etwa 147 000 Menschen, bei denen die Krebsdiagnose in den Jahren 2020 bis 2024 gestellt wurde und die zu Jahresbeginn 2025 noch am Leben waren.
Häufigste Krebsneuerkrankungen: Brustkrebs bei Frauen, Prostatakrebs bei Männern
Zwischen 2014 und 2024 stieg die Zahl der jährlichen Krebsneuerkrankungen von 41 529 auf 48 360 deutlich an, während das individuelle, altersstandardisierte Erkrankungsrisiko im selben Zeitraum mit 500,8 gegenüber 497,4 je 100 000 Personen nahezu unverändert blieb. 2024 erhielten in Österreich 22 363 Frauen und 25 997 Männer eine Krebsdiagnose. Die häufigsten Diagnosen waren bösartige Tumore der Brust bei Frauen (6 959 Fälle) und bösartige Tumore der Prostata bei Männern (8 152 Fälle), gefolgt von bösartigen Tumoren der Lunge (5 533 Fälle, beide Geschlechter zusammen) und bösartigen Tumoren des Dickdarms bzw. Enddarms (4 769 Fälle, beide Geschlechter zusammen). Bei Frauen entfielen auf Brustkrebs 2024 rund 31 % der Neuerkrankungsfälle sowie 18 % aller Krebssterbefälle (1 755). Bei Männern war Prostatakrebs mit knapp einem Drittel (31 %) aller 2024 neu diagnostizierten bösartigen Neubildungen und einem Achtel der Sterbefälle (12 %) die häufigste Krebsart. Lungenkrebs stand 2024 mit 2 513 Fällen (11 %) bei Frauen und 3 020 Fällen (12 %) bei Männern jeweils an zweiter Stelle der Krebsneuerkrankungen. Mit etwa jedem fünften Krebssterbefall nahm Lungenkrebs bei Frauen knapp und bei Männern deutlich den ersten Rang unter den krebsbedingten Todesursachen ein (18 % bzw. 1 761 Sterbefälle bei Frauen und 21 % bzw. 2 463 Sterbefälle bei Männern). Nachdem das Erkrankungsrisiko zuvor bei Frauen stark zugenommen hatte, blieb es – ebenso wie das Sterberisiko – in den letzten Jahren relativ stabil. Die dritthäufigste Lokalisation bei beiden Geschlechtern war 2024 Dickdarmkrebs mit 2 169 Neuerkrankungen bei Frauen und 2 600 Fällen bei Männern (jeweils 10 %). Dickdarmkrebs war ebenso für rund 10 % der Krebssterbefälle verantwortlich. Bezogen auf die Bevölkerung ist das Risiko einer Darmkrebserkrankung für Frauen deutlich geringer als für Männer. Das Erkrankungsrisiko sank in den vergangenen Jahren für Männer stärker als für Frauen und ist auf dem etwa 1,5-fachen Niveau von Frauen seit 2022 stabil, bei Frauen blieb es seit 2017 unverändert. Verbesserte Datenlage des österreichischen nationalen Krebsregisters Der Datenschutz im österreichischen nationalen Krebsregister von Statistik Austria wurde durch die Umsetzung der Datenschutzgrundverordnung weiter verbessert. Dies ermöglicht nun einen regelmäßigen Abgleich mit der Statistik des Bevölkerungsstandes. Damit werden Personen mit einer Krebsdiagnose, die zum relevanten Stichtag nicht in Österreich leben, nicht mehr in der Statistik erfasst. Dies verbessert die Qualität der Krebsstatistik und führte dazu, dass die Gesamtprävalenz über alle Berichtsjahre seit 2002 um insgesamt mehr als 20 000 Personen niedriger wurde.
Detailinformationen finden Sie unter www.statistik.at
Mehr Krebs im Alter: Vorsorge und Versorgung neu denken
Krebshilfe und OeGHO präsentierten zum Weltkrebstag 2026 (4.2.) den Österreichischen Krebsreport 2025 und betonen die Herausforderungen und notwendige Strategien bei der Früherkennung und Versorgung von älteren Krebspatient:innen. Lesen Sie mehr dazu hier
Das Österreichische Krebsregister
Das Österreichische Nationale Krebsregister wird von Statistik Austria geführt. Grundlage für die Registrierung und Klassifikation der Krebserkrankungen im Österreichischen Nationalen Krebsregister sind systematische Meldungen zu Krebsbefunden aus den Krankenanstalten. Das Österreichische Nationale Krebsregister ist einzigartig in Österreich, da es auf gesetzlicher Grundlage Daten zu Krebserkrankungen für ganz Österreich erfasst und auswertet. Das Resultat steht der Öffentlichkeit als sogenannte Krebsstatistik zur Verfügung. Detailliertes Zahlenmaterial und Grafiken finden Sie auf den Webseiten von Statistik Austria unter https://www.statistik.at/statistiken/bevoelkerung-und-soziales/gesundheit/krebserkrankungen
Begriffserklärungen
Die Epidemiologie (griech. "Lehre von dem was über das Volk gekommen ist") ist die Lehre von der Häufigkeit und den Ursachen von Krankheiten in der Bevölkerung. In der Onkologie befasst sich die Epidemiologie mit der Erfassung der Krebshäufigkeit (Inzidenz), Krebssterblichkeit (Mortalität) und besonders auch mit den Krebsursachen.
- Prävalenz gibt Auskunft über die Anzahl der Fälle einer bestimmten Krankheit (chronisch oder wiederholt auftretend) oder eines Zustandes zu einem bestimmten Zeitpunkt, bezogen auf die Gesamtbevölkerung.
- Inzidenz (Neuerkrankungsziffer) ist ein Maß für ein Neuauftreten von Tumoren in einer bestimmten Bevölkerung (Neuerkrankungen die jährlich gemeldet werden) während eines bestimmten Zeitraumes (meist 1 Jahr).
- Morbidität (Erkrankungshäufigkeit) ist ein Maß für die Häufigkeit von Krankheiten in der Bevölkerung ohne Unterscheidung von Prävalenz und Inzidenz.
- Mortalität (Sterblichkeit) ist ein Maß für die Anzahl der Todesfälle an Krebserkrankungen in einer bestimmten Bevölkerung während eines bestimmten Zeitraumes (meist 1 Jahr).
Bei der deskriptiven (beschreibenden) Epidemiologie werden Krankheitshäufigkeiten in verschiedenen Bevölkerungen untersucht und Verbindungen zu z.B. Umweltfaktoren, Lebens- und/oder Ernährungsgewohnheiten herzustellen. Analytische Epidemiologie geht von einer Hypothese aus und versucht diese mit Hilfe von statistischen Methoden zu bestätigen (Retrospektive bzw. prospektive Studien). Gesunde mit und ohne Risikofaktoren werden prospektiv vergleichend auf Krebsinzidenz untersucht.
Wir sind für Sie da!
Das Beratungsteam der Österreichischen Krebshilfe bietet individuelle Hilfe für Erkrankte und deren Angehörige. Professionelle Mitarbeiter helfen, informieren und unterstützen Sie kostenlos und anonym in den Beratungszentren in ganz Österreich.




